Öko-Test hinters Licht geführt?
In der Spezialausgabe Rücken hat die Zeitschrift Öko-Test unter der Überschrift "Das richtige Bett" dankenswerterweise das Augenmerk auf ein Feld gelenkt, das von der Schlafmedizin bisher deutlich vernachlässigt wurde - das richtige Liegen. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) "Nicht erholsamer Schlaf" widmet auf insgesamt 290 Seiten diesem Thema gerade mal die Worte
"Schlaf im unbequemen Bett, Inadäquater Schlafraum"
hier geht´s weiter:
Das ist recht dürftig, und deshalb ist es zu begrüßen, dass sich die verantwortliche Redakteurin um fachkundigen Rat bemüht hat. Auf unsere Anfrage benennt sie in ihrer Antwort eine "Expertenrunde mit der im Heft genannten Zusammensetzung auf der 20. Jahrestagung des Seminars Wirbelsäule - Rückenschule - Schmerztherapie e.V. im Jahr 2005. Vorsitzender des Seminars war damals (und bis vor kurzem) Dr. med. Carl Heinz Ullrich, Facharzt für Orthopädie vom Medizinischen Zentrum Villa Nonnenbusch, Heiligenhaus. Das Seminar arbeitet sowohl mit dem Verein gesunder Rücken als auch mit dem Bundesverband der Rückenschulen zusammen."
Diese Expertenrunde zieht das Fazit: "Problematisch sind demnach unter anderem die zu hohe Einsinktiefe und nicht kontrollierbare Druckverhältnisse beim Liegen, die einen guten Schlaf im Wasserbett beeinträchtigen." Es mag Zufall sein und der Aufmerksamkeit des Verantwortlichen bei Öko-Test entgangen, dass sich in unmit-telbarer Nähe zu diesem Fazit ein Anzeige der Firma Lattoflex befindet - ein eindeutiger Verstoß gegen das Presserecht; aber vielleicht ja nur Unaufmerksamkeit, eine eher lässliche Sünde, obwohl abmahnfähig.
Problematischer ist aber die Aussage dieser Expertenrunde - anschaulich widerlegt durch die hier dargestellten Ergebnisse einer computergestützten Auflagedruckmessung:
Experten sollten wissen, dass mindestens seit Anfang der 1990er Jahre von qualifizierten Produktentwicklern, Schlaf- und Liegeberatern, Physiotherapeuten, Ärzten und anderen wissenschaftlich oder beruflich mit dem Thema "Erholsames Schlafen" Befassten die computergestützte Auflagedruckmessung angewandt wird. Diese Technik ermöglicht es, individuell und jederzeit auch geringste Veränderungen in Konstitution (z. B. durch Gewichtszu- und Abnahme) und Liegeumgebung (z. B. Füllmenge bei Wasserbetten) grafisch darzustellen. Die grafische Darstellung (s.o.) bietet die Grundlage für eine Anpassung der Liegesituation an die individuellen Bedürfnisse. Das qualitativ hochwertige Wasserbett ist das einzige Liegesystem, das diese dynamische Anpassungsmöglichkeit bietet, da es nach Bedarf befüllt werden kann.
Zu dem Punkt "Zu hohe Einsinktiefe" ist zu sagen, dass, wie dargestellt, über die Auflagedruckmessung eine jederzeitige optimale Anpassung an die momentanen individuellen Bedürfnisse möglich ist: Damit ist der Zustand, den die anonyme "Expertenrunde" als systemimmanent konstatiert, bei einem qualitativ hochwertigen Wasserbett und sachgemäßem Umgang nicht zu erreichen. Es bleibt festzuhalten, dass qualitativ hochwertige Wasserbetten die Gewähr dafür sind, dass gerade keine zu hohe Einsinktiefe besteht und auch dafür, dass keine nicht kontrollierbaren Druckverhältnisse bestehen.
Die Wasserbettenindustrie hat also nicht soeben das Rad neu erfunden, und die Kunde von dem, was ein qualitativ hochwertiges Wasserbett zu leisten vermag, ist vermutlich schon längst bei den Herstellern konkurrierender Systeme angekommen - sonst wäre es mit deren Expertentum auch nicht besonders weit her.
Das lässt eigentlich nur den Schluß zu, dass hier mit voller Absicht die Redakeurin hinters Licht geführt wurde. Nun belebt Konkurrenz das Geschäft, vergleichende Werbung ist gestattet; aber auf diese Art und Weise Falschinformationen zu verbreiten hat eine ganz besondere Qualität. Immerhin wird ja nicht im Rahmen eines zulässigen Vergleichs ein Unternehmen angegriffen, sondern mit hoher Publikumswirksamkeit bei gleichzeitiger Empfehlung der einen Produktfamilie(Matratzen, Lattenroste) eine andere diskreditiert. Für diese wird damit ein existenzielles Risiko geschaffen, durch das zugleich hunderte von Arbeitsplätzen bedroht sind.
Wir, der IWB und auch as Interdisziplinäre Schlafforschungs-Institut, setzen uns der Diskussion und dem wissenschaftlichen Disput aus - über alles, was gesunde Lebensqualität durch erholsames Schlafen ermöglicht, reden wir gerne, jederzeit, an jedem Ort, und wir schrecken auch nicht davor zurück, neue Erkenntnisse anzunehmen. Aber wir möchten schon, dass die Auseinandersetzung oberhalb der Gürtellinie stattfindet.



